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FDP will faire Chancen für Landwirtschaft und ländliche Räume - Landrat Michael Schünemann: mehr Service für die Bürger im Kreis Holzminden

Mit Dr. Gero Hocker, dem agrarpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Michael

Schünemann, dem zukünftigen Landrat des Kreises Holzminden, konnte FDP-Kreisvorsitzender

Hermann Grupe beim Kreisparteitag in Golmbach gleich zwei Gastredner begrüßen, die ganz nah

am Geschehen beteiligt sind. Schließlich ist die Lage auf Bundes- und Kreisebene augenblicklich

mehr als spannend.

Bei seinem Rück- und Ausblick bedankte sich Michael Schünemann für die Unterstützung der

Kreis-FDP beim Wahlkampf im Frühjahr. Seitdem sei er „abgetaucht“ in die Tiefen der

Kreisverwaltung und habe viele Bereiche wie z.B. Soziales, Jugend und Bauen genauer unter die

Lupe genommen. Ab dem 1.11.2019 um 0 Uhr gebe es für ihn kein Halten mehr. Alles müsse auf

den Prüfstand. „Wir haben leider kaum finanziellen Spielraum, kaum Geld für Investitionen. Das

„Haushaltssicherungskonzept“, das uns aus Hannover auferlegt wurde, ist nicht das, was ich mir

zu meinem Amtsantritt vorgestellt habe!

Dennoch freue ich mich auf meine Aufgabe und möchte z. B. durch ein Dezernat “Bauen und

Entwicklung“ mehr Service für den Bürger schaffen. Ebenso wie im Straßenverkehrsamt ist eine

zügige Bearbeitung oberstes Gebot. Synergieeffekte müssen besser genutzt werden. Für eine

schnellere Bearbeitung ist eine digitalisierte Behörde sehr wichtig. Deshalb steht die Digitalisierung

auch ganz oben auf meiner Agenda.“

Das kürzlich aufgetretene Haushaltsdefizit im Jugendamt müsse zurückgefahren werden. Man

habe auch hier die Auswirkungen des Missbrauchsfalls von Lügde zu spüren bekommen. „Es ist

meine Aufgabe, die Mitarbeiter zurückzuholen und ihnen ihre Unsicherheit zu nehmen. Das

Jugendamt muss nach Lügde wieder auf Normalniveau runtergefahren werden.

Und ein ausgeglichener Haushalt im nächsten Jahr darf natürlich nicht aus den Augen gelassen

werden!“

Der Schulringtausch sei so gut wie abgearbeitet. Alle weiteren Schulplanungen müssten erneut mit

Blick auf die Kosten geprüft werden. Der Breitbandausbau werde in den nächsten 10 Jahren mit 29

Millionen zu Buche schlagen. Trotz Zuschüssen werde leider ein Großteil beim Landkreis hängen

bleiben.

„Wichtig ist mir, dass wir alle an einem Strang ziehen und nicht gegeneinander arbeiten“, bekräftigt

Schünemann seine Ausführungen und fordert den Landtagsabgeordneten Hermann Grupe auf,

gemeinsam mit den Landtagskollegen Uwe Schünemann, Sabine Tippelt und Christian Meyer

weiterhin ein gutes Wort in Hannover einzulegen.

Hermann Grupe sichert Michael Schünemann seine volle Unterstützung zu: „Mit Michael

Schünemann wollen wir den Umschwung schaffen. Mit ihm als parteilosem Kandidaten zieht

hoffentlich mehr Objektivität und Kollegialität in die Kreisverwaltung ein. Unter seiner Führung

sollen die Mitarbeiter sich an ihren Arbeitsplätzen wieder entfalten können!“

Dr. Gero Hocker, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, sprach zum Thema

„Soli, Agrarpaket und Tempoverbote: Glaubwürdigkeit und Technologie statt Ideologie für

Deutschland“ und führte den „Soli“ als Bespiel an. „Der sollte ja eigentlich nach 30 Jahren enden,

wenn die Aufgaben der Einigung erledigt sind. Doch leider hat die Politik mal wieder klebrige

Finger und verspielt hier ein Stück Glaubwürdigkeit.“

An der Wahl in Thüringen sehe man, was passiere, wenn Politik auf die falschen Themen setze.

„Die politischen Ränder werden durch die falsche Themenwahl gestärkt. Wir müssen genauer

hinhören, was die Menschen bewegt und uns um Lösungen bemühen“, ist sich Hocker sicher. „Wir

dürfen uns die Themen z.B. nicht von den Medien diktieren lassen“.

Der Dieselskandal oder die Pflegesituation seien für den ländlichen Raum beispielhaft. „Der Erhalt

und Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum ist enorm wichtig. Die Tempo-130-Debatte

interessiert hier auf dem Land niemanden. Sie ist verhaftet in der städtischen Gesellschaft, da wo

Autobahnen vorhanden sind. Es ist alles eine Frage der Praktikabilität. Mit der Unterstützung für

den ländlichen Raum kann auch eine Menge Druck von den Städten genommen werden“, erklärt

Hocker.

Apropos Unterstützung: Als Agrarpolitiker stehe er hinter den Landwirten und ihren

Demonstrationen in Sachen Agrarpaket. „Die Bauern fordern Fairness und Gleichbehandlung bei

Reglementierung und Standards. Sie wollen einen Wettbewerb auf Augenhöhe. Importierte

Produkte aus dem Ausland müssten den gleichen Bedingungen unterliegen wie den in

Deutschland nach höchsten Standards produzierten Lebensmitteln“, so Hocker.

„Und richtig böse werde ich, wenn die Schuld immer nur bei den Landwirten gesucht wird, wie jetzt

in der aktuellen Nitrat-Debatte. Zum einen ist die letzte Novellierung vor zwei Jahren erst in Kraft

getreten und konnte noch gar keine Wirkung entfalten. Und zum anderen leitet man z.B. Fäkalien

aus den Kanalisationen direkt in unsere Flüsse ein, läßt das Schmutzwasser durch marode

Kanalnetze ins Grundwasser versickern, oder leitet hohe Nährstoffkonzentrationen aufgrund

teilweise miserabler Reinigungsleistungen der Klärwerke in unsere Bäche und Flüsse”.

Es müsse endlich Schluss sein damit, Landwirtschaft exklusiv an den Pranger zu stellen bei

Herausforderungen, die die Gesellschaft selbst lösen müsste.

„Deshalb setze ich mich für mehr Wissenschaft und weniger Ideologie und Aktionismus in der

Politik ein“.